Was was will Gott von den Menschen?

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Vorstellungen der Gläubigen

Was will Gott von den Menschen? Viele meinen, Gott belohne Tugendhaftigkeit. Wer sich keinen moralischen Fehltritt leiste, dürfe auf Segen hoffen. Genauso nimmt man an, dass der Schöpfer liebenswürdige Erdenbürger wohlwollend empfangen werde. Jene, die freundlich und grosszügig gegenüber ihren Mitmenschen sind, wird der Allmächtige belohnen. Sie haben sich das Leben nicht einfach gemacht und sind an der Not anderer nicht vorübergegangen. Darum wird der Herrgott diese Mühe gewiss anerkennen. In Religionen versuchen Gläubige, ihre Gottheit mit allerlei Opfern gnädig zu stimmen. Gaben werden vor die Bilder der Götter gestellt oder sogar verbrannt. Gebete werden verrichtet und Pilgerreisen unternommen, um die Gunst ihres Herrn zu gewinnen. Andere wiederum sind überzeugt, Gott fordere Gehorsam. Ohne nachzudenken verzichten sie auf ihre Wünsche und werfen eigene Moralvorstellungen über Bord, um uneingeschränkt einer Offenbarung zu folgen. Das geht so weit, dass sich Märtyrer in die Luft sprengen, um das Paradies zu erlangen.

Jede dieser Vorstellung kann auch einen christlichen Glauben prägen. Es gibt Christen, deren Frömmigkeit in erster Linie in ihrer Moral besteht. Sie lesen die Bibel und entdecken darin viele Hinweise zur Gerechtigkeit. Es ist richtig, keinem Menschen ein Leid zuzufügen und Hab und Gut des Nächsten zu akzeptieren. Sie wollen sich an Gottes Wertmassstab halten und darum vom Herrn gesegnet werden. Religiöse Christen beten, fasten und besuchen Gottesdienste. Diese Pflichten der Frömmigkeit werden erfüllt, um dem Ewigen näher zu kommen. Einige Christen opfern Zeit und setzen sich in Gemeinden ein oder arbeiten in christlichen Hilfswerken mit. Andere wiederum spenden Geld, um den Dienst der Kirche zu unterstützen, und erwarten, dass Gott sie dafür segnen werde. Die allermeisten Christen gehen nicht so weit, dass sie wegen ihren Überzeugungen zur Gewalt greifen, wie es islamistische Terroristen tun. Aber trotzdem gibt es solche, die fühlen sich sicher, wenn sie sich schlicht an die Vorschriften einer Glaubensgemeinschaft halten können. Sie wollen nicht lange darüber nachdenken, warum dies oder jenes richtig sei. Es reicht, wenn ein Mensch, dem sie vertrauen, es ihnen sagt.

Hinter jedem Versuch, Gott zu dienen, steht eine entsprechende Vorstellung seines Wesens. Wer denkt, Gott verlange von den Menschen Tugendhaftigkeit, hält den Schöpfer für eine moralische Person, die zwischen gut und böse unterscheiden kann. Es ist sogar anzunehmen, dass er sich in seinem Handeln an das Gute hält. Wer Gott gefallen will, indem er religiöse Pflichten erfüllt, geht davon aus, dass der Allmächtige sein Tun und Lassen sieht und beurteilt. Offenbar zählt vor dem Ewigen, was auf Erden getan wird. Wer einer himmlischen Offenbarung ohne Vorbehalt folgt, setzt voraus, dass Gott Entschlüsse fasst und sie seinen Geschöpfen mitteilt. Niemand kann gehorchen, wenn nicht zuerst gesprochen wird. Und niemand muss gehorchen, wenn nicht eine Autorität spricht. Wer sich Gottes Willen unterwirft, nimmt an, dass dieser der Herr aller Herren ist.

Offenbarung durch Gottes Wort

In der Bibel heisst es, dass Gott sein Wesen und seinen Willen offenbart. Er ist zwar der verborgene Gott. Niemand kann ihn mit seinen Augen sehen. Es heisst, dass er in einem Licht wohnt, in das kein Mensch eindringen kann. Aber der Ewige ist barmherzig und zeigt sich so, dass seine Geschöpfe es ertragen können. Er sprach zu ihnen und hat einigen von ihnen aufgetragen, seine Worte aufzuschreiben. Schliesslich ist er den Menschen erschienen. Jesus Christus ist Gottes Sohn. Der Evangelist Johannes nennt ihn das lebendige Wort. Er hat Gottes Herrlichkeit offenbart. An ihm wird nicht nur deutlich, wer Gott ist und was er von seinen Geschöpfen will. Christus hat mehr getan. Er erfüllte den Willen seines himmlischen Vaters, damit Menschen, die durch die Sünde von ihm getrennt sind, von ihrem Elend gerettet werden. Auch das wurde in der Bibel aufgeschrieben. Wer wissen will, was Gott sagt, kann die Heilige Schrift aufschlagen. Beim Studium der Schrift fällt allerdings auf, dass die Vorstellungen der Menschen darüber, was Gott von ihnen erwartet, einseitig und trügerisch sind.

An vielen Stellen in der Bibel wird vom guten Gott berichtet. Christus sagte (Markus 10,18): „Niemand ist gut als Gott allein.“ Demnach wäre es töricht, zu glauben, irgendjemand könnte die moralische Integrität seines Schöpfers erreichen. Es ist unmöglich, Gott zu überzeugen, seinen Segen verdient zu haben. Stattdessen werden Sünder in der Schrift aufgerufen, über die Heiligkeit des Allmächtigen nachzudenken und ihm ihre Vergehen zu bekennen. Gott will, dass alle seine Geschöpfe seine Barmherzigkeit suchen, die er in seinem Sohn erwiesen hat. Durch den Glauben an ihn, erhalten sie die Gerechtigkeit, die vor dem Heiligen bestehen kann.

In der Heiligen Schrift lesen wir auch vom Gottesdienst. Christus erklärte, Gott wünsche sich, dass ausschliesslich ihm gedient wird. Er sagte (Lukas 4,8): „Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Das bedeutet zuerst, dass der Gottesdienst eine exklusive Sache ist. Niemand und nichts soll verehrt werden, wie es Gott zusteht. Gottes Gebote sollen nicht bloss einschränkend verstanden werden. Sie lehren auch, was der Mensch tun soll. Darum reicht es nicht, keine Götzenbilder aufzustellen, um das einzuhalten, was geschrieben steht. Wer wirklich Gott allein dienen will, muss mit allem was er tun und lässt den himmlischen Vater ehren. Statt dem Ewigen bloss einen gewissen Ort oder bestimmte Zeiten zu weihen, verdient es seine Herrlichkeit, überall und zu jederzeit gepriesen zu werden.

Schliesslich findet man in Gottes Wort Aufrufe zum Gehorsam. Christus sagte allerdings (Johannes 17,3): „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Der christliche Glaube besteht nicht in blinder Fügsamkeit, sondern handelt aus herzlicher Vertrautheit. Statt sich gedankenlos Ordnungen zu unterwerfen, fordert der Schöpfer alle Menschen auf, ihn zu suchen und kennenzulernen. Er hat es versprochen, dass er sich finden lassen will, als er sagte (Jeremia 29,13f): „Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.“

Offenbar erfassen die Vorstellungen der Gläubigen, im besten Fall einen Teil der Wahrheit. Im schlimmsten Fall geht diese bruchstückhafte Erkenntnis vollkommen an dem vorbei, was Gott in seinem Wort offenbart. Das ist kein neues Phänomen. Wie soll ein Mensch, der Gott nicht wahrnehmen kann, sich sicher sein, was sich das unsichtbare von Wesen von ihm wünscht. Die Kirchengeschichte enthüllt manchen Irrweg, auf den Christen mit ihren Vorstellungen geraten sind. Einer davon wird durch die Geschehnisse der Reformation deutlich.

Reformation des Glaubens

Vor 500 Jahren erschütterte die Reformation die Christenheit. Lehren der Kirche wurden hinterfragt. Lange Zeit folgte man schlicht alten Gewohnheiten, ohne den Gott, dem man diente, wirklich zu kennen. Ein Mönch entdeckte, dass der Ewige auf seine Geschöpfe zugeht und sich um sie kümmert. Luther hatte keine Erleuchtung und hörte auch keine Stimme vom Himmel. Er schlug die Bibel auf. Darin lehrte er den unbekannten Gott kennen und erkannte, dass er gemeinsam mit der Christenheit auf einen gefährlichen Irrweg geraten ist.

Damals wurde gepredigt, dass die Menschen nach dem Tod für ihre Sünden im Fegefeuer büssen müssen. Wir werden im Lauf der Konferenz noch Genaueres von dieser Lehre hören. Gleichzeitig bot man erschreckten Seelen eine bequeme Lösung, der unvorstellbaren Qual zu entkommen. Im Namen des Papstes verkaufte man Ablassbriefe. In diesen Dokumenten wurde garantiert, dass die Bestrafung im Jenseits erlassen werde. Martin Luther war Pfarrer in Wittenberg. Er beobachtete, dass die Ablasse einen verheerenden Einfluss auf das Leben seiner Gemeindeglieder hatten. Nachdem sie nämlich die päpstliche Bestätigung erworben hatten, sündigten sie getrost weiter. Sie hatten es schriftlich, dass der Heilige sie nicht mehr für ihre Vergehen bestrafen werde. Deshalb bemühten sie sich nicht mehr, ein heiliges Leben zu führen. Dieser Irrweg führte dazu, dass Christen ohne schlechtes Gewissen Gottes Gebote übertraten.

These 1

Aus Sorge um das Heil seiner Mitmenschen verfasste Luther 95 Thesen. Der Reformator stellte den menschlichen Vorstellungen Gottes Wort gegenüber. Das Dokument, das vor 500 Jahren veröffentlicht wurde, beginnt mit den Worten: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht ‚Tut Busse‘, hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Busse sein soll.“ Am Anfang der Erklärung steht eine Aussage von Jesus Christus, der das lebendige Wort ist. Luther folgt nicht seinen eigenen Eindrücken, sondern gibt weiter, was er von seinem Meister in der Bibel gelernt hat. Drei Dinge werden in dieser These festgehalten.

  1. Gott will tatsächlich etwas von den Menschen. Der Ewige hat die Welt nicht sich selbst überlassen. Die Gottlosigkeit der Menschen, die dazu führt, dass sie ihren Schöpfer vergessen, macht ihm keinen Strich durch die Rechnung. Die Sünde hindert uns zwar, einen Zugang zum Heiligen zu finden, aber er hat sich nicht von seinen Geschöpfen abgewandt.

    Gott will etwas von dir. Das bedeutet, dass er etwas mit dir zu tun haben will. Sooft wir von Gottes Willen und Gerechtigkeit hören, scheint uns das eine gefährliche Sache zu sein. Das Volk Israel, das Gottes Gebote vom Sinai her hörte, fürchtete sich vor dem Allmächtigen. Genauso machen uns Gottes Worte Angst. Sie scheinen uns einzuschränken und uns zu zeigen, dass wir böse Menschen sind. Die Sünde trügt unsere Wahrnehmung. Wahr ist, dass jedes ernste Wort, das Gott spricht, ein Beweis für seine Gnade ist. Der Ewige hat seine Schöpfung nicht aufgegeben.

  2. Gott will etwas Bestimmtes. Seine Geschöpfe sollen Busse tun. Heute verstehen wir unter Busse, dass für ein Vergehen eine Strafe abgeleistet werden muss. Wer falsch parkiert, wird durch ein Bussgeld bestraft. Schlimmere Delikte werden sogar mit Gefängnis verbüsst. Die Ungerechtigkeit wird durch die Busse abgegolten. Genau dieses Verständnis prägte zu Luthers Zeiten die Vorstellung der Busse. Wer sündigt, muss Wiedergutmachung leisten. Wer es nicht tut, wird nach seinem Tod eine gewisse Zeit ins Fegefeuer gesperrt. Diese Strafe konnte mit einem Bussgeld beglichen werden. Darum kaufte man Ablasse. Aber wie viel muss dafür bezahlt werden, dass man den Allmächtigen beleidigt hat? Wie soll man eine Ungerechtigkeit gegen den ewigen, allwissenden und gerechten Gott begleichen?

    Der biblische Begriff Busse hat eine andere Bedeutung, als wir es in unserem Alltag verwenden. Das griechische Verb, das allgemein mit „Busse tun“ übersetzt wird, bedeutet eigentlich umkehren und seine Gesinnung ändern. In Bezug auf unsere Schuld vor Gott bedeutet das: Gib deine Vorstellung auf, dass du jemals genug tun kannst, um mit Gott ins Reine zu kommen. Es ist tatsächlich beängstigend, wenn man darüber nachdenkt, einmal vor dem vollkommen gerechten Wesen zu stehen, das mir das Leben gegeben hat. Du hast deinen Schöpfer so oft beschämt, ihn geleugnet und dich stolz über ihn erhoben. Seine Gerechtigkeit, die er in seinem Wort offenbart, hast du so viele Male für Nichts geachtet. Das ist deine Schuld. Sie ist so gross, dass sie dir über den Kopf gewachsen ist. Aber Christus hat deine Strafe auf sich genommen. Darum ist er am Kreuz gestorben. Wenn du glaubst, dass er Gottes Sohn ist, der an deiner Stelle starb, sind alle deine Sünden vergeben. Gott hat sich nicht nur dir zugewandt, sondern handelte für dich. Kehr um und vertrau auf Jesus Christus, statt auf deine Leistungen. Wenn du das glaubst, werden sich deine Vorstellungen von Gott und seinem Willen ändern. Gib die falschen und selbstbezogenen Annahmen auf, die dich irreführen. Suche den wahren Glauben, der dem vertraut, den Gott in seinem Wort offenbart: Es ist Jesus Christus, dein Erlöser.

  3. Die Dauer der Busse, der Umkehr und Änderung des Sinnes. Selbstverständlich wünschen wir uns, dass eine Strafe, irgendeinmal ein Ende hat. Auch diese Einstellung prägt die menschliche Vorstellung von der Busse. Wer sich einmal Gott zugewandt, ihm Glauben schenkt und ihm dient, meint bereits umgekehrt zu sein. Es muss doch reichen, seine Schuld Gott einzugestehen und fortan ein Leben zu führen, das ihm gefällt. Viele meinen, sie unterscheiden sich gerade dadurch von gottlosen Menschen, dass sie Gottesdienste besuchen, beten und die Bibel lesen. Sie halten das für Zeichen dafür, dass sie bereits umgekehrt sind. Wir sprechen in diesem Sinn von der Bekehrung. Ein Mensch kommt vom Unglauben zum Glauben. Mit diesem Schritt scheint die Umkehr abgeschlossen zu sein.

    Der Reformator hielt in seinen Thesen fest, dass das ganze Leben des Gläubigen Busse sein soll. Solange wir leben, werden wir nie frei von der Sünde. Immer wieder werden wir unserem nächsten Liebe schuldig bleiben und an der Güte unseres Schöpfers zweifeln. Darum kann die Umkehr, von der in der Bibel die Rede ist, keine einmalige Sache sein. Immer wieder bedauern Gottes Kinder gegen ihren himmlischen Vater schuldig geworden zu sein. Immer wieder machen sie sich ihre eigenen Gedanken über Gottes Absichten. Durch Gottes Wort wird ihnen gezeigt, dass sie sich getäuscht haben. Darum muss jeder von uns, solange wir leben, den Schöpfer täglich um Erbarmen und um die Vergebung der Schuld bitten.

    Es kommt der Tag, an dem die Busse abgeschlossen sein wird. Es wird jener Tag sein, an dem wir aus diesem Leben gerufen werden und vor unserem Schöpfer stehen. Dann wird Christus jedem, der auf ihn vertraut, seine vollkommene Gerechtigkeit schenken. Sie wird ihnen für alle Ewigkeit gehören. Dann wird es keine Umkehr mehr geben. All jene, die auf Gottes Sohn hoffen, werden für immer die ungetrübte Gemeinschaft mit ihrem Herrn geniessen können. Christus kam in unsere Welt. Er sprach zu den Menschen, die im Diesseits leben. Genauso spricht er heute auch zu dir. Weil du noch nicht am Ziel der Seligkeit angekommen bist, musst du Busse tun und dich deinem Schöpfer und Erlöser zuwenden.

Diese Neuausrichtung, die in den Thesen Luthers beschrieben wird, war so grundsätzlich, dass viele Lehren der Kirche, an die man sich gewöhnt hatte, in Frage stellte. Ganz offensichtlich konnte man von Gott nicht mehr in der gleichen Weise sprechen, wie man es vorher getan hat. Was Gott in seinem Wort offenbart geht über unsere Vorstellung hinaus. Es gibt mehr zu sagen von ihm, als dass er alle Menschen liebt. Es gibt mehr von ihm zu sagen, als dass er die Versuche seiner Geschöpfe, das Gute zu tun, anerkennen müsse. Es gibt mehr von ihm zu sagen, als dass er Gehorsam verlange. Um sich nicht wieder zu täuschen, verliess man sich nur noch auf das, was Gott von sich in seinem Wort offenbart. So lernte man den gnädigen Heiland kennen, der sich über Sünder erbarmt. Es war diese Erkenntnis, die den Glauben reformierte.

Noch immer fällt es Menschen schwer, jene Vorstellungen aufzugeben, an die sie sich gewöhnt haben. Offenbar lieben wir es, uns eigene Wege zur Seligkeit auszudenken. Genauso wie die Gläubigen zur Zeit der Reformation sich von ihren Ablassbriefen trennen mussten, müssen wir unsere Einbildungen aufgeben. Nur so werden wir bereit, die Erlösung zu erkennen, die Gott all jenen schenkt, die auf seinen Sohn vertrauen. Es ist Zeit, die Bibel zu lesen und die eigenen Gedanken zu prüfen, die wir uns über Gott und sein Heil angewöhnt haben. Haben unsere Vorstellungen wirklich etwas mit dem Ewigen zu tun?

Was will Gott von den Menschen? Gott offenbart seinen Willen in seinem Wort. Um uns nicht zu täuschen, sollten wir auf unseren Schöpfer hören. Darum schliesse ich meinen Vortrag mit einigen Bibelstellen. In der Bibel steht, dass gerade Menschen, die unter ihrer Ungerechtigkeit leiden, sich an ihren Schöpfer wenden dürfen. Dem Heiligen gefällt das Gebet (Lukas 18,13): „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Diese Bitte wird erhört. All jenen, die nicht auf ihre eigenen Werke hoffen, sondern daran glauben, dass ihr Heiland alles für sie vollbracht hat, gilt der Zuspruch (2. Korinther 12,9): „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Richtig zuhören kann nur, wer dem vertraut, der zu ihm spricht. Um zu vertrauen, muss man sein Gegenüber kennen. Darum will Gott, dass du ihn suchst. Er sagt (Jesaja 55,6-7): „Suchet den Herrn, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.“ Der Gott, der spricht, wird sein Wort halten und sich von Ihnen finden lassen, wie er es versprochen hat (Jeremia 19,11-14): „Denn ich weiss wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich mitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.“ Und wenn du deinen Erlöser erkannt hast, höre nicht damit auf, ihn besser kennenzulernen. Er ist es, der dich an sein herrliches Ziel führen wird, wie er versprochen hat. Das ist die Hoffnung, von der der Apostel Paulus an die Gemeinde in Philippi schrieb (Philipper 1,6): „Und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“